Rassebeschreibung Golden Retriever

Ruby und Pauline ''auf der wilden Jagd''

In allen Veröffentlichungen kann man nachlesen, daß der Golden Retriever ein leichtführiger, kinderlieber Hund ist, der sich auch für den Anfänger gut eignet.
Das stimmt leider nur zum Teil, denn es kommt auch beim Retriever darauf an, was der Mensch aus ihm macht. Der künftige Hundebesitzer hat es in der Hand, aus dem Hund das zu machen, was seine Anlagen versprechen. Das klappt nur dann, wenn sich der Mensch in die vorhandenen Wesenseigenschaften des Hundes eindenkt und so viel Zeit mit ihm verbringt, daß er erwünschte Anlagen fördern kann. Außerdem ist es natürlich wichtig, daß der Züchter nur mit Hunden züchtet, die auch die erwünschten Anlagen mitbringen. - Nicht überall wo "Retriever" draufsteht ist auch ein Retriever drin. - Es ist richtig, daß der Golden Retriever ein menschenfreundlicher Hund ist, der sich auch mit Kindern in der Regel gut versteht. Man kann ihn relativ leicht erziehen und rüde Ausbildungsmethoden, wie bei vielen anderen Hunderassen, sind nicht erforderlich.
Aber was heißt das eigentlich genau ?
Der Golden Retriever ist eines in jedem Falle nicht, nämlich ein Wachhund.
Durch sein menschenfreundliches Wesen, was auch in der Zucht gewünscht ist und gefördert wird, ist er einfach zu jedem Menschen freundlich. Er macht dabei keinen Unterschied zwischen ihm bekannten und unbekannten Personen. Er begrüßt jeden Menschen freundlich, - auch einen Einbrecher. Ihm das abzugewöhnen ist genauso schwer möglich, wie einer Kuh das Tanzen beizubringen.
Das bedeutet auch, daß er, zumindest wenn er noch jung und nicht so perfekt gehorsam ist, jeden Spaziergänger freundlich begrüßt, evtl. hochspringt oder über weite Strecken zu ihm hin läuft.

Vertrauen zwischen Mensch und Hund ist die wichtigste Basis für das Zusammenleben

Auch mit Kindern geht er freundlich um, er ist sehr duldsam, manchmal fast zu sehr. Man sollte aber trotzdem immer daran denken, daß er in erster Linie ein Hund ist. Auch Kinder sollten sich ihm gegenüber freundlich verhalten und man sollte als Erwachsener Kind und Hund miteinander immer beobachten (oft genug, um den Golden Retriever vor dem Kind zu schützen).

Sein sensibler Charakter bedingt zum einen, daß er "seine" Menschen sehr genau beobachtet. Das kann dazu führen, daß Verhaltensweisen des Menschen von ihm falsch gedeutet werden. Er könnte, gerade wenn Kinder zu grob mit ihm umgehen, ausweichend reagieren und so sein Vertrauen zu Menschen verlieren.
Zum anderen ist er nicht gern allein, er lebt am liebsten eng mit seinem Rudel, der Familie, zusammen. Für die Zwingerhaltung ist er nicht geeignet. Er sollte auch nicht täglich mehrere Stunden allein gelassen werden. Eine ganztägige Berufstätigkeit der Besitzer und die Haltung eines Retrievers schließen sich nach meiner Erfahrung aus. Bei der Ausbildung ist diese Sensibilität von Vorteil. Er reagiert auf jede Form von Härte mit einem Meideverhalten, man kann ihn auch ohne Härte (ob nun mit Wort oder Tat) sehr leicht erziehen. Allerdings ist er auch ein Hund und das bedeutet, daß er nicht nur erzogen werden muß, sondern auch seine Grenzen kennen will. Ihm diese zu vermitteln, gelingt nur mit Konsequenz.

Dieses Thema umfassend zu beleuchten, würde hier zu weit führen. Wer mehr wissen will, kann jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen oder viele Informationen zu diesem Thema in meinem Buch "Golden Retriever" nachlesen.

Camillo vom Schwarzbachtal

Der Retriever ist von seiner ursprünglichen Verwendung her ein Jagdhund, der für die Arbeit nach dem Schuß gezüchtet wurde. Er ist ein vorzüglicher Apporteur, daß heißt, er trägt leidenschaftlich gern seinem Besitzer Beute zu. Stöbertrieb hat er nicht in so hohem Maße, wie viele andere Jagdhunderassen. Man muß also nicht befürchten, daß er jeder Spur nachrennt, bis er herausgefunden hat, was am Ende dieser Fährte wohl zu finden ist. Sicher wird er, wenn er mal beim Spaziergang zufällig über eine Kaninchen stolpert, diesem ein paar Meter folgen, aber es ist zum großen Teil Erziehungssache, ihm zu vermitteln, daß man das nicht schätzt.
Der Retriever ist ein Spezialist für die Niederwildjagd. Er ist sehr wasserfreudig, was auch der Hundebesitzer, der ihn nicht für die Jagd einsetzen will, deutlich spüren wird. Jede Pfütze wird gern als "Badewanne" angesehen und am liebsten ist er draußen unterwegs, wenn es regnet. Große Hitze mag er nicht so gern, für Urlaubsreisen in südliche Länder ist er nicht zu begeistern.

Alle weiteren Daten können Sie im Rassestandard nachlesen. Klicken Sie einfach das Wort "Rassestandard" an.

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